Karl Kautsky

Taktische Strömungen in der deutschen Sozialdemokratie

4. Partei und Gewerkschaft

a) Die Generalkommission

Die Anfänge der deutschen Gewerkschaften haben wir bereits erwähnt und gesehen, dass sie, ganz anders als in England, erst im Gefolge der sozialistischen Bewegung auftauchten, deren bloßes Anhängsel sie lange bildeten. Das war zum großen Teil der Situation geschuldet, in der die deutsche Arbeiterbewegung nach der Niederlage der Revolution von 1848 wieder auflebte. Diese Situation ließ eine politische Revolution in nächster Nähe erwarten. Dadurch wurde das Interesse auch der Arbeiter zunächst auf das politische Gebiet gelenkt. Dazu gesellte sich im Anfang aber auch eine gewisse Geringschätzung der Gewerkschaften, die, wie wir schon oben bemerkt, dem ganzen vormarxistischen Sozialismus eigen war. Marx und Engels waren die ersten und lange die einzigen Sozialisten, die die Bedeutung der Gewerkschaften erkannten, im Gegensatz z. B. zu Lassalle und Rodbertus.

Wohl drängte die ökonomische Notwendigkeit auch in Deutschland gleich beim Aufleben der Arbeiterbewegung zur Gründung von Gewerkschaften, aber nur wenige der deutschen Sozialisten erkannten schon in ihren Anfängen ihre volle Bedeutung.

Immerhin ist die deutsche Gewerkschaftsbewegung einzig das Werk der Sozialdemokratie. Die bürgerlichen Parteien haben kein Anteil daran. Die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine waren und sind wohl Arbeitervereine, aber keine Gewerkschaften im richtigen Sinne des Wortes, keine Kampfvereine. Die enge Verbindung von Partei und Gewerkschaft gereichte aber dieser in ihren Anfängen insofern zum Nachteil, als sie die Wirkungen der Parteispaltung auch auf die Gewerkschaften ausdehnte. Nicht zum mindesten deshalb haben sehr hervorragende Sozialisten wie Marx und Bebel damals den Gewerkschaften dringend zur Neutralität gegenüber jeder politischen Partei geraten. Indes war das leichter gesagt als getan, denn Partei und Gewerkschaft waren nur zwei Seiten derselben Sache; sie hatten dieselben Mitglieder, und der Mensch lässt sich nicht künstlich spalten. Leute, die sich gestern in einer politischen Versammlung bis aufs Messer bekriegt hatten, konnten nicht heute in einer gewerkschaftlichen Versammlung voll Vertrauen und Eintracht gemeinsam wirken.

Andererseits aber mussten die gewerkschaftlichen Bedürfnisse das Streben nach Überwindung der Fraktionsgegensätze hervorrufen. Die schließliche Vereinigung der beiden Fraktionen im Jahre 1875 wurde durch die Gewerkschaften erheblich gefördert. Nach dieser Vereinigung blühten sie nicht minder auf als die Partei.

Aber auch vom Sozialistengesetz wurden sie ebenso getroffen wie diese. Wollte doch das Ausnahmegesetz jeder selbständigen Kampfesorganisation des Proletariats den Garaus machen.

Indessen ließ sich der Organisationsdrang des Proletariats nicht dauernd unterdrücken. Es entstanden bald wieder neue Gewerkschaften, anfangs unter harmlosen Formen, sie erstarkten nach und nach, und als 1890 das Sozialistengesetz fiel, konnte man 300 000 in Gewerkschaften organisierte Arbeiter zählen.

Die Gewerkschaften waren eine Macht geworden, die sich der politischen Partei ebenbürtig zur Seite stellen durfte. Und sie benutzten die gewonnene Freiheit sofort, um sich zu einem gemeinsamen Körper zusammenzuschließen, einem Körper mit einem gemeinsamen Kopfe: der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands.

Damit wurde das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft auf eine neue Grundlage gestellt.

Bis dahin hatte die auf dem Boden des Klassenkampfes stehende Arbeiterbewegung Deutschlands bloß eine Leitung gekannt: die der Sozialdemokratie. Wohl waren die einzelnen Gewerkschaften stets in allen beruflichen Fragen völlig selbständig gewesen, aber für alle Fragen, die die gesamte Arbeiterklasse angingen, hatte die politische Partei von selbst die Führung gehabt.

Nun tauchte neben der Parteileitung eine zweite Körperschaft zur Leitung der gesamten Arbeiterschaft auf, die Generalkommission. Allerdings nur für die gewerkschaftlichen Fragen. Aber soweit diese nicht reine Berufsfragen sind, sondern die Gesamtheit der organisierten Arbeiterschaft betreffen, kreuzen sie sich mannigfaltig mit den politischen Fragen.

Kein Wunder, dass nicht bloß in vielen Kreisen der Partei, sondern auch von nicht wenigen Gewerkschaftern die neue Schöpfung mit Unbehagen, ja mit starken Befürchtungen aufgenommen wurde.

In der Tat bringt das Bestehen zweier Leitungen der Gesamtheit der organisierten Arbeiterschaft die Möglichkeit mit sich, dass ihre beiden Organisationsformen, die politische und gewerkschaftliche, verschiedene, ja gegensätzliche Ziele und taktische Grundsätze annehmen und dadurch die Zusammenfassung aller seiner Organisationen unter einer gemeinsamen Leitung, entweder in der Form, dass die Gewerkschaften auch Parteiorganisationen werden oder dass Parteiorganisationen, Gewerkschaften, eventuell auch liefert dort nicht immer bessere Ergebnisse, als die völlige Selbständigkeit der drei Organisationsformen. Das erklärt sich wohl daraus, dass die Bedingungen der Gewinnung und Aufnahme neuer Mitglieder sowie die Aufgaben und taktischen Voraussetzungen der Praxis für jede dieser Organisationsformen bei aller Gleichheit ihrer Ziele, die alle die Emanzipation des Proletariats bezwecken, doch so verschieden sind, dass es für einen einzelnen ungemein schwierig ist, alle diese Gebiete vollständig beherrschen und die Tätigkeit auf ihnen allen zweckmäßig leiten zu können. Eine gemeinsame Oberleitung, der das gelingt, wird wohl imstande sein, die Einheitlichkeit der Arbeiterbewegung und damit die Entwickelung ihrer Kraft auf das höchstmögliche Ausmaß zu bringen. Aber jede gemeinsame Oberleitung, die hinter einer derartigen meisterhaften Vielseitigkeit zurückbleibt, läuft leicht Gefahr, der einen oder der anderen dieser Organisationsformen nicht völlig gerecht zu werden, sie zu hemmen oder zu verkümmern, oder doch Friktionen und Gegensätze zwischen den Organisationen, die sie vermeiden soll, erst recht hervorzurufen.

Auf der anderen Seite kann wohl die organisatorische Selbständigkeit der drei Organisationsformen solche Friktionen und Gegensätze nach sich ziehen, sie muss es aber nicht tun. Sie wird umso weniger diese Wirkung haben, je mehr die Parteigenossen ihre Parteipflichten erfüllen.

Die Gefahr, dass Gewerkschaften und Genossenschaften in Gegensatz zur Partei geraten, wird am ehesten dadurch herbeigeführt, dass diese beiden Organisationsformen durch die materiellen Vorteile, die sie bieten, große Arbeitermassen anziehen können, die entweder politisch indifferent oder gar noch im Gefolge bürgerlicher Parteien sind. Gewinnen diese die Oberhand in einer Gewerkschaft oder Genossenschaft, dann wird sie notwendigerweise in Gegensatz zur sozialdemokratischen Partei geraten. Dem entgegenzuwirken ist eine der wichtigsten Aufgaben der Parteigenossen. Natürlich nicht dadurch, dass man die Anziehungskraft der Gewerkschaften oder Genossenschaften auf die nichtsozialdemokratischen Arbeitermassen abschwächt. Diese ökonomischen Organisationen müssen trachten, die gesamte Arbeiterschaft ohne Unterschied ihrer Anschauungen in sich zu vereinigen. Aber es ist Pflicht jedes Parteigenossen, zum mindesten der Gewerkschaft seines Berufes anzugehören, und zwar nicht als passives Mitglied. Die Sozialdemokraten haben die aktivsten, die energischsten, die verständigsten unter den Gewerkschaftern zu sein; sie haben durch Beispiel und Propaganda die anderen mit ihrem Geiste zu erfüllen. Je mehr dieses geschieht, desto eher werden Partei und Gewerkschaft – und wo die Arbeiterkonsumvereine Bedeutung gewinnen, auch diese – nur verschiedene Organisationsformen derselben Elemente sein, die alle in gleicher Richtung vorwärtsdrängen. Umso weniger wird es zwischen ihnen zu ernstlichen, tiefgehenden Konflikten kommen können.

In diesem Sinne hat die deutsche Sozialdemokratie das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft aufgefasst, und es ist ihr dadurch gelungen, alle Befürchtungen zu zerstreuen, die im Anfang der neunziger Jahre an die Einrichtung der Generalkommission geknüpft wurden. Diese hat ihre Aufgabe gelöst, die erforderliche Einheit der gesamten gewerkschaftlichen Bewegung zu sichern und zu verstärken, ohne die ebenso erforderliche Einheit zwischen Partei und Gewerkschaft zu gefährden.

Wohl gab es zeitweise Differenzen innerhalb der Gewerkschaften, die auch in der Partei ein Echo fanden, oder Differenzen zwischen der Mehrheit der Partei und den Leitern der Gewerkschaften, aber diese Differenzen überschritten nie das Maß der Differenzen, die innerhalb der Partei selbst auftauchten und wie sie innerhalb jeder wachsenden und kämpfenden Partei zeitweise auftauchen müssen. Sie haben nie Dimensionen angenommen, die den einheitlichen Charakter des proletarischen Klassenkampfes beeinträchtigten, und weit entfernt davon, zu wachsen, gehören sie heute bereits entweder der Vergangenheit an oder sind im Schwinden begriffen.
 

b) Lokalisten und Zentralisten

Schon zur Zeit der Einsetzung der Generalkommission kam es in der Gewerkschaftswelt zu einem Konflikt, der aus ihrem Verhältnis zur Partei entsprang: dem zwischen Lokalisten und Zentralisten.

Es war eine Nachwirkung des Sozialistengesetzes, das jede Organisation unserer Partei unterdrückte. Der politische Drang unserer Genossen bemächtigte sich daher damals vielfach der Gewerkschaften, sobald wieder solche erlaubt wurden, und suchte sie zu politischer Tätigkeit heranzuziehen, um dadurch einen Ersatz für die unterdrückte Parteiorganisation zu schaffen. Dieser Aufgabe konnten aber die Gewerkschaften nach den meisten deutschen Vereinsrechten nur entsprechen, wenn sie lokale Vereine blieben, da es politischen Vereinen nicht gestattet war, miteinander in Verbindung zu treten. Die gewerkschaftliche Betätigung drängte jedoch nach Ausdehnung der Vereine über die lokalen Grenzen hinaus, nach dem Zusammenschluss aller Organisationen eines Berufs oder eines Industriezweiges in einem Gesamtkörper. So kamen hier das politische und das gewerkschaftliche Interesse in Konflikt, und je nachdem in einer Gewerkschaft das eine oder das andere überwog, organisierte sie sich auf lokaler oder auf zentralisierter Grundlage.

Die Verhältnisse, die zu dieser Zersplitterung der Gewerkschaftsbewegung geführt hatten, hörten mit dem Fall des Sozialistengesetzes auf. Sobald sich die Partei wieder offen als solche organisieren konnte, bedurfte sie nicht mehr der Brücken der lokalen Gewerkschaften. Für die Gewerkschaftsbewegung waren diese aber hinderlich. Die zentralisierten Gewerkschaften eröffneten daher sofort nach dem Fall des Sozialistengesetzes den Kampf gegen die lokalen Organisationen und versetzten sie bald in eine hoffnungslose Minorität.

Für unsere Partei war dieser Bruderkampf sehr schmerzlich. Die zentralisierten Gewerkschaften hatten die Notwendigkeiten des gewerkschaftlichen Kampfes auf ihrer Seite. Andererseits aber war es gerade Liebe zur Partei, die die Lokalisten zu ihrer Haltung drängte. Trotzdem ist unsere Partei nie für diese eingetreten. Ja, sie hat sich schließlich entschieden auf Seite der zentralisierten Gewerkschaften gestellt. Je mehr sie das tat, desto mehr gerieten auch die Lokalisten in Gegensatz zu ihr. Ihre dürftigen Überreste stehen heute im anarcho-syndikalistischen Lager.

Dieser Konflikt vermochte also nicht das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft zu trüben.
 

c) Die gewerkschaftliche Neutralität

Eher schien jenes Verhältnis durch die Neutralitätsbestrebungen bedroht, die seit dem Erstehen der christlichen Gewerkschaften, 1894, in der Gewerkschaftswelt auftauchten und bis zur Jahrhundertwende sehr an Kraft gewannen. Sie waren verständlich durch die Rolle, die das Zentrum, die Partei der klerikalen Katholiken, in der deutschen Arbeiterbewegung spielt.

Es bildete sich infolge der Veränderungen von 1866 und 1870, gerade damals, als der gesamte Liberalismus umfiel und sich vor Bismarck neigte. Seitdem war das Zentrum die einzige bürgerliche Partei, die den Kampf gegen Bismarck energisch aufnahm und sich dabei auf die Schichten des arbeitenden Volkes stützte, vornehmlich Bauern und Kleinbürger, deren Interessen es auch in erster Linie vertrat, aber auch Lohnarbeiter, die aus bäuerlichen und kleinbürgerlichen Kreisen stammten und noch deren Anschauungen teilten. Die Opposition des Zentrums entsprach ihren eigenen Oppositionsbedürfnissen, hinderte sie an selbständigem Denken, an der geistigen Loslösung von den Ideen der Bauernschaft und des Kleinbürgertums. Das Zentrum hat es daher vermocht, was keiner anderen bürgerlichen Partei Deutschlands gelungen ist: große Kreise der Lohnarbeiterschaft, und zwar kampffähiger Arbeiter, von der Sozialdemokratie fern, ja, im Gegensatz zu ihr zu erhalten.

Um das zu erreichen, durfte das Zentrum das ökonomische Kampfbedürfnis seiner Arbeiter nicht allzu sehr einengen. In manchen Gegenden verstanden sich die klerikalen Leiter umso leichter dazu, den Arbeitern das Auftreten gegen die Unternehmer zu gestatten, als diese letzteren Nationalliberale, Gegner des Zentrums und des Klerus waren.

So entstand seit 1894 eine christliche, vornehmlich katholische Gewerkschaftsbewegung – eine Bewegung, die versprach, schließlich in die gleichen Bahnen einzumünden, wie die der freien Gewerkschaften. Nur deren Zusammengehen mit der religionslosen, republikanischen Sozialdemokratie schien eine Vereinigung beider Gewerkschaftsformen zu hindern. Daher hielten es manche Gewerkschafter für ersprießlich, dass ihre Organisationen von der Sozialdemokratie abrückten, sich ihr gegenüber für neutral erklärten.

Organisatorisch waren sie freilich seit jeher unabhängig von ihr dagestanden. Sie hatten auch bis dahin keineswegs das Bekenntnis zum sozialdemokratischen Programm als eine Aufnahmebedingung gefordert. Die neue Neutralität wollte aber mehr. Die Gewerkschaften sollten auch jede sozialistische Propaganda in ihren Reihen ausschließen, um nicht konservativ und christlich gesinnte Mitglieder zu vergraulen, und die gewerkschaftliche Presse, die eine große Ausdehnung gewonnen hatte und eines der wichtigsten Mittel der Aufklärung der Arbeiterschaft geworden war, sollte von sozialistischer Aufklärung absehen.

Dagegen erhob sich in unserer Partei lauter Widerspruch. Aber trotzdem kam es darob nicht zu einem größeren Konflikt, denn das Streitobjekt wurde durch die Logik der Tatsachen aus dem Wege geräumt, bevor die Logik der Köpfe Zeit gefunden hatte, ihre schärfsten Waffen in Anwendung zu bringen.

Keine bürgerliche Partei kann in ihrer Demagogie zur Gewinnung der Arbeiter über ein bestimmtes Maß hinausgehen, mag sie noch so oppositionell und noch so sehr auf die Unterstützung der arbeitenden Massen angewiesen sein. Sie darf mit ihrer scheinbaren Arbeiterfreundlichkeit nie so weit gehen, dass sie die Ausbeutung der Arbeiter beeinträchtigt sowie deren Selbständigkeit und Kraft wirklich steigert. Sie könnte das nicht tun, ohne aufzuhören, zu sein, was sie ist, eine Partei, geschaffen zur Vertretung der Interessen eines Teils der besitzenden Klassen. So fanden auch die christlichen Gewerkschaften bald ihre Grenzen, über die sie ihre klerikalen Vormünder nicht hinausgehen ließen.

Anderseits kann keine Gewerkschaft, die eine wirkliche Organisation des Klassenkampfes sein will, so weit gehen, ihre Selbständigkeit und ihre Kampfnatur aufzugeben, mag sie sich auch noch so großer Neutralität gegenüber allen politischen Parteien, die Sozialdemokratie inbegriffen, befleißigen. Damit blieb die Scheidewand zwischen ihnen und den christlichen Gewerkschaften bestehen. Ja, sie zeigte eher die Tendenz, sich zu erhöhen als zu verschwinden, in dem Maße, in dem im Laufe des letzten Jahrzehnts das Zentrum aus einer Oppositionspartei immer mehr zu einer Regierungspartei wurde, das Kleinbürgertum allenthalben in immer schärferen Gegensatz zur kämpfenden Arbeiterschaft geriet – zu den Gewerkschaften fast noch mehr als zur Sozialdemokratie – und innerhalb des Zentrums selbst die Interessen des Kapitals und des Grundbesitzes immer mehr in den Vordergrund traten.

Damit wurde der Versuch immer aussichtsloser, die vom Zentrum geführten Arbeiter durch politische Neutralität den freien Gewerkschaften zuzuführen; dafür aber freilich der Versuch immer aussichtsvoller, die bisher vom Zentrum geführten Arbeiter von diesem durch eine energische politische Propaganda loszulösen und dadurch ihre Abneigung gegen die freien Gewerkschaften zu überwinden. Diese Propaganda konnte keine andere sein als eine sozialistische.

Ehedem hatte es geheißen, die Gewerkschaften seien die Rekrutenschulen für die Sozialdemokratie. Das war falsch, wenn man darin ihren einzigen Zweck und ihre wichtigste Aufgabe sah. Es war aber insofern richtig, als ein politisch indifferenter Arbeiter in der Regel leichter der Gewerkschaft zuzuführen ist als der Partei, und er in jener am ehesten Kraft und Fähigkeiten gewinnt, ein überzeugter Sozialdemokrat zu werden.

Sind also für die politisch indifferenten Arbeiter die Gewerkschaften die Vorschulen der Sozialdemokratie, so ist das umgekehrte der Fall bei Arbeitern, die bereits ein politisches Interesse entwickeln, sich aber noch von einer bürgerlichen Partei leiten lassen. Hier muss zuerst die sozialistische Propaganda einsetzen und den Boden vorbereiten für die freien Gewerkschaften.

Dank dieser Notwendigkeit haben die Neutralitätsbestrebungen völlig aufgehört, die unter dem Einfluss der aufstrebenden christlichen Gewerkschaften erstanden, und haben einem einmütigen Zusammenarbeiten von Partei und Gewerkschaft gegen das Zentrum Platz gemacht.

War die Zeit von 1894 bis 1900 die eines Wachsens des Neutralitätsgedankens, so ist er seitdem immer mehr verblasst und immer mehr durch die Parole ersetzt worden: Partei und Gewerkschaften sind eins.

Dieser engere Zusammenschluss wurde umso notwendiger, je mehr unter dem Eindruck der Fortschritte von Partei und Gewerkschaften sich die bürgerlichen Parteien auf der einen Seite, die Unternehmerverbände auf der anderen zusammenschlossen und den Vormarsch des Proletariats bedrohten.

Aus dieser Situation ergaben sich aber auch wieder neue Meinungsverschiedenheiten, die zutage traten in den Fragen der Maifeier und des Massenstreiks.
 

d) Maifeier und Massenstreik

Die Begehung der Maifeier durch Arbeitsruhe am 1. Mai ist als ihre würdigste Form von den internationalen Kongressen und dementsprechend auch von der deutschen Sozialdemokratie anerkannt worden. Aber sie hat bei uns nie vollkommen befriedigende Formen erlangt. In Osteuropa, namentlich in Österreich, zeitweise aber auch in einzelnen Städten Russlands, erreichte sie eine solche Massenhaftigkeit, dass sie jeden Widerstand aufhob. In manchen Staaten Westeuropas, namentlich in England, gestaltete sie sich wieder so geringfügig, dass sie gar keinen Widerstand hervorrief. In Deutschland war sie in ihrem Beginn infolge der eigenartigen Situation beim Fall des Sozialistengesetzes, zu sehr gehemmt, um eine unwiderstehliche Massenbewegung zu werden, und doch wieder zu wuchtig, um nicht den Widerstand der Gegner hervorzurufen. So wurde die Begehung der Maifeier eine Machtprobe zwischen der organisierten Arbeiterschaft und den organisierten Unternehmern.

In dem Maße, in dem die Unternehmerverbände im letzten Jahrzehnt anwuchsen, wurden aber die Gewerkschaften immer mehr in die Defensive gedrängt. Das machte sie nicht kampfunfähig, drängte sie jedoch, immer sorgfältiger darauf zu achten, dass sie für ihre Kämpfe stets den richtigen Moment wählten. Den Unternehmerverbänden dagegen lag daran, die Gewerkschaften in ungünstigen Momenten zum Kampf zu provozieren, und ihn womöglich bis zur Erschöpfung oder gar bis zur Zertrümmerung der Organisationen fortzuführen, so dass diese nicht wieder in günstigeren Momenten daran denken konnten, den Kampf von neuem aufzunehmen.

Angesichts dieser Taktik der Unternehmerverbände wuchs in den Gewerkschaften die Abneigung gegen das Begehen der Maifeier durch Arbeitsruhe, weil dies die Gefahr heraufbeschwor, dass um einer bloßen Demonstration willen die Gewerkschaften ohne Rücksicht auf die jeweilige Situation in Kämpfe verwickelt wurden, die sie lahmzulegen drohten.

Diese Gründe hätten sich ohne Zweifel auch für die Parteigenossen als durchschlagend erwiesen, wenn es sich im letzten Jahrzehnt darum gehandelt hätte, die Arbeitsruhe am 1. Mai neu einzuführen. Aber es handelte sich dabei um eine Demonstration und eine Machtprobe, die man bereits seit Jahren mit einigem Erfolg ausgeführt hatte. Der Verzicht auf die Arbeitsruhe hätte bedeutet, eine Position, die man gewonnen, ohne Schwertstreich zu räumen; hätte bedeutet, dass die stärkste sozialdemokratische Partei und die stärksten Gewerkschaften der Welt sich für zu schwach erklärten, einen Beschluss zu befolgen, den die proletarische Internationale wiederholt gefasst und entschieden betont hat.

Dagegen sträubte sich die Mehrheit der Parteigenossen. Diese beiden Standpunkte zu vereinigen, ist kaum möglich, aber ebenso unmöglich ist es, durch Mehrheitsbeschlüsse über sie zu entscheiden, da hier einer der Fälle vorliegt, wo die Mehrheit der Gewerkschafter anders denkt als die Mehrheit der Parteigenossen.

Das ist eine Situation, die manche scharfe Auseinandersetzungen zur Folge hatte, aber man braucht nicht zu fürchten, dass sie einen Konflikt herbeiführt. Die beiden Teile haben sich auf einen Kompromiss geeinigt, der wohl niemand sehr befriedigt, und von dem man abwarten muss, wie er auf die Dauer wirkt, der aber auf jeden Fall bezeugt, dass die Mehrheit der Partei nicht daran denkt, in der Frage der Maifeier anders, als Hand in Hand mit den Gewerkschaften vorzugehen.

Die Maifeier ist eine der Aktionen, die zu ihrer Durchführung das innigste Zusammenwirken von Partei und Gewerkschaft erfordern. Eine andere ist der Massenstreik.

Wie die Gefährdung der Maifeier, ist auch das Aufkommen der Idee des Massenstreiks mit der steten Verschärfung der Klassengegensätze verknüpft.

Wir haben gesehen, wie die Taktik unserer Partei darauf beruht, dass durch die Konkurrenz bei den Wählern den bürgerlichen Parteien am ehesten so viel an sozialen Reformen abgepresst werden kann, als ihnen bei den gegebenen Machtverhältnissen abzupressen ist. Diese Taktik setzt aber das Bestehen eines allgemeinen, gleichen, möglichst geheimen und direkten Wahlrechts voraus. Unsere Erfolge bei den Wahlen haben jedoch nicht bloß das Ergebnis, in den bürgerlichen Parteien das bisschen Reformeifer, dessen sie fähig sind, auf sein Maximum zu steigern, sondern auch das, in dem gleichen Maße die Abneigung dieser Parteien gegen das demokratische Wahlrecht zu verstärken, sie nach dessen Abschaffung zu drängen.

Nun ist eine solche Abschaffung keine so einfache Sache. Keine Partei kann heute das allgemeine und gleiche Wahlrecht einschränken oder gar aufheben, ohne damit auch einen Teil ihrer eigenen Anhängerschaft zu entrechten und so gegen sich aufzubringen. Was verhindert werden soll, der Zustrom der ganzen arbeitenden Volksmasse zur Sozialdemokratie, wird dadurch nur beschleunigt. Die Abschaffung des allgemeinen Wahlrechts ist aber auch ein gefährliches Ding im Zeitalter der allgemeinen Wehrpflicht, in einer so kriegsschwangeren Situation wie der jetzigen, wo jede Regierung darauf gefasst sein muss, dass sie nächstens an die begeisterte Hingabe der Volksmasse zu appellieren hat und weggefegt wird, wenn die Masse auf diesen Appell in anderem Sinne reagiert als das herrschende Regime braucht.

Aber trotzdem ist das allgemeine und gleiche Wahlrecht immer weniger gesichert, je mehr die Sozialdemokratie fortschreitet, namentlich in einem Staate wie Deutschland, dessen Regierungen noch nicht so wie denen Frankreichs und Englands durch eine Reihe erfolgreicher Revolutionen Respekt vor Volksempörungen zur zweiten Natur gemacht wurde. Suchen die Staatsmänner Englands und Frankreichs die steigende Flut des Sozialismus dadurch zu beschwören, dass sie das Proletariat durch listige Vorspiegelungen spalten und korrumpieren, so greifen die Norddeutschlands am liebsten zu den brutalsten Mitteln der Niederwerfung. Von ihnen müssen wir auf die kecksten Attentate auf das bestehende Reichstagswahlrecht gefasst sein, sobald wir einen überwältigenden Wahlsieg erringen.

Angesichts dessen prüfte man im letzten Jahrzehnt in Parteikreisen immer eingehender die Machtmittel, die uns in einer solchen Situation zu Gebot stehen könnten, um einen Staatsstreich abzuwehren.

Da trat die Idee des politischen Massenstreiks immer mehr in den Vordergrund, der in Belgien so glänzende Resultate geliefert hatte, dann während der Oktobertage 1905 in Russland einen Sieg erfocht und kurz darauf schon als bloße Drohung im österreichischen Wahlrechtskampf entscheidende Wirkung übte. Was er dort, wo das Wahlrecht fehlte, zu dessen Eroberung leisten konnte, musste er auch dort, wo es bedroht war, zu dessen Festhaltung leisten können.

So gewann die Idee des Massenstreiks Boden in unserer Partei. Aber sie stieß auf Widerstand in den Kreisen der Gewerkschaften. Diese fürchteten, die Propagierung des Massenstreiks würde die Partei auf eine Bahn revolutionärer Abenteuer drängen, in die naturgemäß die Gewerkschaften hineingewickelt würden; Abenteuer, die nicht anders enden könnten, als mit völliger Zertrümmerung der Gewerkschaften.

Aber auch dieser Gegensatz zwischen Partei und Gewerkschaft hat seine Schärfe verloren. Die Anerkennung des Massenstreiks als Machtmittel des proletarischen Klassenkampfes bedeutet noch lange nicht seine leichtfertige Anwendung. Die meisten von uns sind der Überzeugung, dass er nur das Äußerste und letzte Kampfmittel darstellt, das erst dann zur Anwendung kommt, wenn alle anderen versagen, unter Umständen, die die gesamte Masse des Proletariats zu einmütiger wuchtiger Leidenschaft aufpeitschen. Es ist uns gar nicht bange darum, dass unter solchen Umständen die Gewerkschaften freudig und entschlossen mittun werden. Wer die Verhandlungen des Jenaer Parteitages miterlebte, wer weiß, wie damals unter dem Einfluss der doch so fernen russischen Ereignisse auch eine Reihe von Gewerkschaftern sich für die Idee des Massenstreiks begeisterte, kann nicht zweifeln, dass, wenn dem deutschen Proletariat selbst die Kehle zugeschnürt werden sollte, die Gewerkschaften ebenso wie die Sozialdemokratie ihren Mann stellen werden, um das Schlimmste von ihm abzuwehren. Solange es aber nicht so weit ist, solange wir noch andere Kampfmittel wirksam anwenden können und nicht das gesamte Proletariat von leidenschaftlichem Grimm gegen seine Unterdrücker fortgerissen wird, kommt ein Massenstreik kaum in Betracht. Ein leichtfertiges Experimentieren mit diesem ist auf keinen Fall zu befürchten.

Wenn aber der Massenstreik nur das Ergebnis eines spontanen Sturms in der Volksmasse sein kann, wie ihn bloß tiefgehende Ereignisse hervorrufen vermögen, deren Eintreten nicht von uns abhängt, welchen Zweck hat es dann, sich mit der Idee des Massenstreiks überhaupt zu beschäftigen?

Wir propagieren den Massenstreik nicht in dem Sinne, dass wir die arbeitenden Massen auffordern, ihn zu machen; auch nicht in dem Sinne, dass wir mit ihm drohen. Wie können wir mit dem Eintreten eines Ereignisses drohen, dessen Bedingungen nicht von uns, sondern nur von unseren Gegnern oder allgemeinen Verhältnissen gegeben werden können? Aber wir propagieren ihn in dem Sinne, dass wir den Massen die Zuversicht verleihen, sie seien nicht wehrlos allen Attentaten auf ihre Rechte preisgegeben, eine Grenze habe Tyrannenmacht.

Je mehr wir den Massen das Bewusstsein beibringen, dass sie im Massenstreik eine letzte, äußerste Schutzwehr, gewissermaßen die Zitadelle ihrer Freiheit besitzen, lähmen wir aber auch den Ansturm unserer Gegner gegen diese Freiheit. Je stärker die Idee des Massenstreiks in der Volksmasse Wurzel gefasst hat, desto größer die Aussicht, dass es zu ihm nicht kommt, dass die bürgerlichen Parteien Bedenken tragen, das ungeheure Risiko auf sich zu nehmen, dass eine Wahlrechtsverschlechterung unter solchen Umständen für sie bedeutet.

Sie selbst behaupten ja immer, dass der beste Weg, den Frieden zu bewahren, der sei, zum Krieg zu rüsten. Und sie haben ganz recht. Bloß ist es unsinnig, wenn sie damit die heutigen Kriegsrüstungen der Staaten beschönigen wollen, durch die gerade jene Früchte des Friedens aufgefressen werden, die durch die Rüstungen geschützt werden sollen. Eine Rüstung, die so schwer ist, dass sie ihren Träger erstickt, ist das unzweckmäßigste Mittel, ihn zu schützen.

Aber ganz anderer Art ist unsere Rüstung für den Massenstreik, durch die wir das Fortbestehen des Reichstagswahlrechts sichern wollen. Diese Rüstung erfordert nur fortgesetzte Aufklärung über das Wesen unserer Gegner und über die Machtmittel des Proletariats wie des Staats sowie den emsigsten Ausbau unserer Organisationen; andere Vorbereitungen des Massenstreiks gibt es nicht. Diese Rüstungen schwächen uns nicht. Je eifriger wir sie betreiben, desto kraftvoller stehen wir da.

Die Gewerkschaften haben keinen Grund, einer derartigen Auffassung des Massenstreiks ablehnend gegenüber zu stehen. Und so finden wir denn auch, dass auf dem jüngsten Parteitag in Magdeburg dieser trotz seiner entschieden radikalen Färbung in der Frage des Massenstreiks keinen Gegensatz zu den Gewerkschaften bekundete.

Alle die Differenzen zwischen Partei und Gewerkschaft, die im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte auftauchten, sind also teils durch die Entwicklung der Verhältnisse selbst beseitigt worden, oder, soweit sie noch bestehen, sind sie im Abnehmen begriffen. Nirgends finden wir eine Verschärfung solcher Differenzen. Im Allgemeinen geht die Tendenz nach steter Annäherung von Partei und Gewerkschaft.

Freilich sind die verschiedenartigen, eben erwähnten Differenzen nicht ohne Rückwirkungen geblieben. Bei diesen waren es fast stets Genossen vom linken Flügel der Partei, die den Gewerkschaftern gegenüberstanden. Schon das musste in den letzteren eine Hinneigung zum rechten Flügel erzeugen. Dazu kommt die in letzter Zeit schon öfter behandelte Verschiedenheit zwischen Führern und Massen in der Arbeiterbewegung, die bei den ökonomischen Organisationen weit stärker auftritt, als bei den politischen, was ebenfalls die Hinneigung der Gewerkschafter zum rechten Flügel vermehrte und damit dessen Gewicht in der Partei erhöht. Aber wenn unsere Gegner aus dieser Tatsache schließen, das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft verschlechtere sich, oder gar, wir gingen einer Spaltung der deutschen Arbeiterbewegung entgegen, so sind sie in einem großen Irrtum befangen.

Wir haben bereits gesehen, dass alle die Differenzpunkte innerhalb der Partei, ebenso wie die zwischen Partei und Gewerkschaft, an Bedeutung verlieren, keineswegs wachsen. Wir haben ferner gesehen, wie Partei und Gewerkschaft immer mehr aufeinander angewiesen sind, wie ihre Beziehungen immer enger werden.

Damit gewinnen sicher die Gewerkschaften an Einfluss auf die Partei, nicht bloß umgekehrt. Aber das dient bloß dazu, die Einheitlichkeit und Geschlossenheit der Partei zu vermehren. Unter einer Spaltung der Partei, ja unter bloßem Erstarken des Partikularismus und Lokalismus, unter der Schwächung der Partei-Disziplin würden die Gewerkschaften noch mehr leiden, als die Partei, denn sie würden bei den heutigen engen Beziehungen beider davon mit betroffen. Sie brauchen aber Geschlossenheit und Disziplin für ihr Wirken noch notwendiger als die Partei.

Weit entfernt, ein Element der Spaltung der deutschen Sozialdemokratie zu werden, erweisen sich die Gewerkschaften als ein Element, das die Geschlossenheit der Partei verstärkt, das, bei allen Sympathien für die in Süddeutschland vorherrschenden Neigungen, doch dem süddeutschen Partikularismus entgegenwirkt.

Dafür müssen wir freilich eine Verstärkung des Schwergewichts des rechten Flügels unserer Partei durch die Gewerkschaften mit in den Kauf nehmen, eine Tatsache, die von den Genossen des linken Flügels nicht angenehm empfunden wird. Aber das ist eine Geringfügigkeit, wenn man sie vergleicht damit, wie der syndikalistische Kultus direkter Aktion in Frankreich und Italien, wie gewerkschaftlicher Separatismus in Österreich, wie Trade-Unionistischer Liberalismus in England, wie gewerkschaftliche Schwanzpolitik in Amerika den Sozialismus schädigen und lähmen.

Man sieht, welche schweren Probleme aus der Verschiedenartigkeit von Partei und Gewerkschaft erstehen können. Man wird zugeben, dass sie in wenigen größeren Staaten zurzeit so befriedigend gelöst sind, wie in Deutschland.

Und, wie schon gesagt, die geringfügigen Differenzen, die vorhanden sind, versprechen, sich noch weiter zu verringern. Eine Partei oder eine Gewerkschaft oder irgendeine Korporation, in der Differenzen überhaupt nicht auftauchen, gibt es aber in der Welt überhaupt nicht und hat es nie gegeben.

Die Einheitlichkeit und Geschlossenheit unserer Partei werden dadurch nicht berührt. Sie bleibt auf der Grundlage der taktischen Grundsätze, die sie seit vier Jahrzehnten von Sieg zu Sieg führen. Nie wurden diese weniger in Frage gestellt als gegenwärtig, und nie war die Zuversicht unserer Genossen, ja der Masse der arbeitenden Bevölkerung überhaupt zur siegreichen Kraft unserer Organisation, unserer Taktik, unserer Ziele größer als jetzt, und nie trat die Ratlosigkeit und Furcht unserer Gegner offener zutage.

Unter den günstigsten Verhältnissen ziehen wir in den Wahlkampf. Wie weit sich die Aussichten verwirklichen werden, die sich uns bieten, wie weit dann der Erfolg auf unsere Partei und unsere Gegner zurückwirken, welche Probleme und Kämpfe er erzeugen wird, darüber kann man nur Vermutungen äußern, die jetzt noch sehr müßig wären.

Wer’s erlebt, wird’s sehen. Sicher aber wird jeder Großes erleben, der unseren Wahlsieg sehen wird.

 

Vorwärts Buchdruckerei Paul Singer & Co., Berlin SW. 68, Lindenstr. 69.


Zuletzt aktualisiert am 26. Oktober 2026